Tja, das war wohl nix
Donnerstag, 12. November 2009 von Kangaroo MusiQueDie 365 Tage sind rum. Definitiv. Und eigentlich könnte ich zufrieden sein, mit dem was ich erreicht habe, bin ich aber nicht, denn das was ich nicht erreicht habe ist weit mehr, als das was ich hätte erreichen können.
Irgendwie hat mich die Disziplin verlassen – schleichend. Das fing damit an, dass man dann doch mal die eine oder andere Ausnahme gemacht hat, bis man sich dran gewöhnt hatte und die Ausnahmen die Regel wurden. Sowas frustriert. Wenn man auch sieht, wie man ein Dreivierteljahr den Schweinehund besiegen kann, und dannach wieder in alte Riten und Rhythmen verfällt.
Gescheitert.
Zumindest heute bin ich mal wieder um 06:00 Uhr aufgestanden
Die 4.5 Liter Wasser am Tag werden zum Teil noch umgesetzt, meist lieg ich aber “nur” bei 2 oder drei Litern.
Steigerung von Kraft und Ausdauer habe ich erreicht, mein Körpergewicht habe ich zumindest halten, aber nicht wirklich verbessern können. Derzeit liege ich bei 122 Kilo. Ich war bei 113. 10 Kilo mehr als vor einem viertel Jahr. DAS NERVT! Woran es liegt? Faulheit. Weniger Sport, mehr Computer (derzeit auch beruflich bedingt etwas mehr als sonst) und weniger Schweinehundkicking als vorher.
24 neue Menschen habe ich kennengelernt. Definitiv. Eigentlich sogar um die 35 neue Menschen. Und weit über 12 waren bei mir zu Besuch oder ich bei diesen. Das hat wirklich gut geklappt. Auch das “andere Geschlecht” war dabei gut vertreten. Zwar nicht sechs, wie gewünscht, sondern nur 4 – aber hey.. ich bin schwul. Da sind ja alle irgendwie Mädels
Das reaktivieren von sechs alten Kontakten / Freundschaften habe ich versucht – redlich. Drei davon haben soweit geklappt, der Rest soll bleiben wo der Pfeffer wächst
Die 365 gute Taten? Die sind ja bereits nach kürzester Zeit gescheitert. Die Welt ist wohl noch nicht reif für alte Pfadfinder-Tugenden
Es ist schlicht nicht möglich. Es ist natürlich möglich grundsätzlich hilfsbereit zu sein, aber mit dem Schild um den Hals “ich MUSS helfen wollen” klappt es auf keinen Fall. Ich bin gerade an den Tagen an denen es ohne gute Taten hätte enden könnne (manchmal hatte man ja mehrere am Tag vollbracht) schon ganz hibbelig durch die Gegend gerannt, immer die Augen offen, wo man hätte etwas tun können. FORGET IT! Es bringt nix. Ich bin schon vorher aufmerksam und hilfsbereit gewesen und bin das auch weiterhin. Erzwungen bringt es jedoch definitiv nix.
Ja und die Lernerei. Das war auch so eine Scheisse. Niederländisch konnte ich verbessern. Italienisch habe ich nun Grundkentnisse und kann bis knapp unter hundert zählen, sofern ich das mal müsste. PHP, mySQL und Z80-Assembler LANGWEILEN MICH EXTREMST. Auch hier nur ein geringer Kentnissstand. Man könnte auch sagen man hat das ehemalige (Halb)wissen wieder etwas aufgefrischt. Hier sollte ich unbedingt nochmal ran. Und bei der Gitarre hab ich zwar Unterricht, aber es fehlt die Zeit ihn zu nutzen. Eigentlich nicht nur die Zeit – auch die körperliche Verfassung hindert mich oft daran, Termine warzunehmen.
Das Ziel von mindestens drei Mal die Woche Sport hat sich irgendwie auch etwas verschoben auf höchstens einmal die Woche
Das merkt man eben am Körpergewicht und das muss sich auch ändern. Am Anfang hab ich das ganz gut hinbekommen. Gerade durch die Fahrrad-Fahrerei war das kein Thema. Ich war auch gerne draussen und unterwegs in den Bergen der Umgebung. Abe drei Stunden Sport in der Woche waren nicht zu halten. Statt 5000 Kilometer habe ich knapp unter 4000 Kilometer geschafft jedoch die Tour nach Ungarn hat mit 1058 Kilometern wunderbar funktioniert. Da bin ich auch glücklich drüber. Allerdings hat sich meine Lust auf Fahrradfahren direkt nach Ungarn in Luft aufgelöst
Inzwischen radele ich gerade mal ein bis zweimal die Woche. Aber auch das muss ich reaktivieren.
Die 5 Stunden Haushaltdinge je Woche. Auch brav durchgehalten am Anfang. Dann kam irgendwie der Terminplan durch den Wind. Der Tagesplan zu stramm, hier mal ws verschoben, da mal was weggelassen. Im Fazit muss man wohl sagen, dass es zu viel war, was man sich aufgehalst hat. Man hätte sein ganzes Leben umkrempeln müssen, dann aber die sozialen Kontakte vernachlässigen müssen. Ich erinnere mich noch dran, wie ich mich geärgert habe, dass wir über Neujahr eine Woche nach Murnau sind. Eigentlich freut man sich auf Freunde und Bekannte mit denen man gemeinsam Urlaub verbringt. Ich habe mich auch gefreut aber gleichzeitig geärgert, dass ich knapp 100 Kilometer Radeln nicht umgesetzt bekomme. Auch dämlich, aber nungut. Ich denke eine Mischung von allem ist soweit gut und förderlich. Einsam auf den Fahrrad zu hocken bringts ja auch nicht. Dann doch lieber Ziele nicht erreicht, aber mit guter Unterhaltung dabei
Das Musical hab ich hinter mich gebracht. Ich bin immernoch angewidert, wenn ich nur daran denke. Theaterstück. Nunja.. Nö. Nönönö. Kleinkunstveranstaltung ja, aber Theater nicht. Kind wickeln: Knick ist! Ich war zweimal dabei – näher als mir lieb war – und das reicht. Sollte ich jemals eigene Kinder haben, werde ich sie einfach dreimal am Tag in die Wäscherei geben
Selbst die DUMMEN DUMMEN Gutscheine sind nicht alle weggekommen. Ärgerlicherweise sogar genau die sind noch da, die ich extra zentral in der Küche aufgehungen hatte, damit ich sie sehe und irgendwann eben einlöse. ICH MAG KEINE GUTSCHEINE! Bitte. Tut mir und euch selbst einen Gefallen und schenkt lieber nix, als einen Gutschein. Wenn man nämlich vor Ort ist denkt man nicht dran ihn mitzunehmen und ärgert sich, dass man ihn vergessen hat. Wenn man nicht vor Ort ist denkt man dran dass man ihn noch hat und hätte diesen vor einigen Tagen ja einlösen können, ihn aber vergessen hatte, und ärgert sich immernoch oder wieder. Es ist ein Greuel mit Gutscheinen. Sie sind grundsätzlich immer dort, wo man selbst nicht ist, wenn man sie brauchen könnte. Sehr strunz.
Riesenradfahren bin ich in Berlin gewesen. Wenn auch nur ein kleines. Aber immerhin – da war ich stolz! Oper, Operette. NUNJA.. wenn man diese Transen-Tröte von Chansoneuse die da bei Dingens letzthin war gelten lassen kann? Nein? Schade. Dann war ich also nicht in der Oper. Und das mit voller Absicht
Eigentlich habe ich alles nicht geschafft, wo man mehrere Stunden ruhig auf seinem Hintern sitzen muss oder längere Zeit ohne spontane Fluchtmöglichkeit festgeschnallt unter Rotorblättern sitzten muss. DAS ärgert mich. Wirklich! Ich wäre gerne Hubschrauber geflogen. Und ich habe mir das auch schon am Flughafen angeguckt wegen der Kosten und Möglichkeiten. Aber es geht nicht. Vielelicht in ein paar Wochen, wenn alles so hilft, wie ich es mir erhoffe. Aber derzeit klappt es einfach nicht. Ich bin schon froh, wenn ich mal drei bis vier Stunden im Auto sitzen kann.
Aus obigem Grund und auch rein finanziell haben die Bundesländerhauptstädte auch nicht voll geklappt. Einige waren dabei und das hat auch wirklich Spass gemacht. Hier will ich die “Reststädte” noch besuchen. Aber es sind einfach viele Wochenenden die da drauf gehen und selbst mit Bahncard sind es immer Kosten von ca. 300 -500 Euro je Wochenende und Stadt. Bei der Anzahl an Bundesländern die wir haben kann man sich ja ausrechnen, was das in der Summe kostet. Das ist in einem Jahr nicht zu stemmen. Bzw. nur dann, wenn man sonst gar nix anderes mehr macht
Und dann eben erst recht nicht :-9 Welch Logik.
Soweit so gut. Zusammenfassend kann man also sagen: ICH BINWAR EIN FAULES STÜCK!
Und aus diesem Grund werde ich mir jetzt die Sachen rauspicken, die mehrere Ziele in einem Vereinen und grade nochmal anfangen. Allerdings erst nach dem Rotweinvernichtungsfest welches am Wochenende stattfindet.


